Gehörlose bleiben in Notsituationen Unterwegs oft ungehört.
Die Notruf-Situation in Deutschland:
Trotz jahrelanger Bemühungen der Standesorganisationen gehörloser Mitbürger, ist es bis heute nicht gelungen, alle 112-Notrufzentralen Deutschlands über die Rufnummer 112 auch per Fax
erreichbar zu machen. Das bedeutet für Gehörlose auf Reisen: Ungewissheit, und dadurch bedingte, zusätzliche Verunsicherung darüber, ob im Ernstfall schnell Hilfe alarmiert werden kann oder nicht.
Erste Konseqünz: Wenn es schon nicht möglich ist, eine einheitliche Notrufnummer zur Verfügung zu haben, dann benötigen Gehörlose desdo dringender eine lückenlose
Liste aller Notrufzentralen.
Herr Klaus Büdenbender hat eine solche
Liste beim DSB veröffentlicht. Super!
Dort, wo eine Faxanbindung bereits existiert, gibt es viel Lob, aber auch oft Kritik:
Es wird berichtet, daß Notrufe per Fax nicht wahr- oder ernstgenommen, oder erst Stunden später bearbeitet werden. Wo sind mögliche Ursachen dafür zu suchen?
Zum einen gibt es handfeste organisatorische Probleme. Z.B. kommt es schon mal vor, dass ein
Faxgerät in einem “Abstellraum” installiert ist und dadurch eine sofortige Bearbeitung eines Notrufs eher unwahrscheinlich wird. Siehe dazu z.B. Klaus Büdenbender (Vorwort).
Zum anderen könnte auch die Kommunikationsebene eine entscheidende Rolle spielen:
Einfluß der Kommunikationsebene auf den Erfolg eines Notrufs.
Geschriebenes oder Gedrucktes hat nicht gerade oft den Touch des besonders Eiligen - eher verfährt man nach dem Motto: Was man schwarz-auf-weiß hat, kann man getrost nach
Hause tragen (und später bearbeiten...). Ein verzweifelter Hilferuf dagegen, löst offensichtlich viel eher das schnelle, adäquate Handeln des Helfers aus (Notruf!). Wollen wir wirklich ernsthaft versuchen, nur diese “gewachsenen” Kommunikationsmuster zu ändern? Erfolgversprechender wäre es wohl, wenn es gelänge, Gehörlosen die Möglichkeit zu geben, einen Sprach-Notruf absenden zu können. Mindestens die Einleitung
des Notrufs muß per Sprachkommunikation erfolgen, damit der Notruf ernstgenommen und schnell bearbeitet wird.
Neues Projekt: Sprach-Notruf für Gehörlose.
Notruf für Gehörlose auf der Kommunikationsebene der Hörenden - dieser Herausforderung stellt sich der auf Notrufkommunikation spezialisierte Engelschutz e.V. Dabei ist das Ziel nicht eine einseitige, sondern eine Dialog-Kommunikationslösung, die flexibles Reagieren auf unterschiedlichste Situationen ermöglichen soll. Wie immer ist auch hierbei nicht der Griff in die “Utopiekiste” gefragt, sondern marktnahe, preisgünstige Lösungen haben absoluten Vorrang, damit möglichst viele Gehörlose davon profitieren können (GL-Projekt 3).
Dazu suchen wir Spender, und Sponsoren bei Organisationen und Menschen mit Herz für Gehörlose
und Freude am Helfen.
(Stichwort: GL-Projekt 3)
Gemeinsam die Projekte für Gehörlose und Sprachbehinderte meistern

Warum ist Kommunikation so wichtig? Im Umgang miteinander sind wir oft auf Vermutungen angewiesen, weil uns das Wissen voneinander fehlt. Wissen, was der Andere denkt, fühlt, was ihn glücklich macht, was ihn belastet, wo er nicht weiter weiß, worüber er nicht reden will, wie man ihm helfen kann, bedeutet: weniger Mißverständnisse, weniger Vorurteile, mehr menschliche Nähe und Verständnis für einander. Wir laden alle herzlich ein: Schreiben Sie uns, auch über alles, was Sie hier gut und schlecht finden an der Arbeit des Engelschutz e.V.
Was uns hilft? Wir würden uns sehr freuen, wenn sich neben den besonders Betroffenen, nämlich den Gehörlosen und Sprachbehinderten selbst, auch ihre hörenden Freunde und Familienangehörigen, ihre Berater in Behörden, Vereinen und anderen Institutionen zu Wort melden, sowie alle, denen dieses Thema nicht gleichgültig ist. Wir wollen nicht verhehlen, dass wir uns als gemeinnütziger Verein auch sehr über jede Spende freuen, die unsere Arbeit erst ermöglicht und hilft, sie auf standfeste Füße zu stellen.

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